"Weshalb Rudolf Ekstein Zentrum?"

Ab den 1970er-Jahren war Rudolf Ekstein Gastprofessor an der Med-Universität Wien.
Bis 1996 kam er jährlich im Frühjahr für 3 Monate nach Wien und gab auch Supervision für verschiedene Berufsgruppen.
So begleitete er - fast 20 Jahre hindurch - Psychagoginnen und Psychagogen supervisorisch.
Durch diese besondere Verbindung erhielt unsere Schule das Einverständnis von Rudolf Ekstein, sie nach ihm zu benennen.

Seit 1998 trägt unsere Schule die Zusatzbezeichnung "Rudolf Ekstein Zentrum".

Der Gedanke des Brückenbauens zwischen zwei Welten,
zwischen Kontinenten, Sprachen und Kulturen,
zwischen psychotherapeutischen Schulen,
zwischen Pädagogik und Psychoanalyse, sowie Sozialarbeit
war sein großes Anliegen.

Hochaktuell sind Ekstein´s Überlegungen zum Gelingen von Lernprozessen.

Unsere besondere Aufgabenstellung erfordert ebenfalls diese Haltung des Brückenbauens.
Sein Anliegen inspiriert und prägt seither die LehrerInnen und PsychagogInnen unserer Schule.

Biografie

Geboren 9.2.1912 in Wien,

Promotion 1937 - Studium der Psychologie, Philosophie und Geschichte;

Lehrer an der Wiener Universität waren Moritz Schlick, Friedrich Weissmann, Josef Schächter, Rudolf Carnap, Heinrich Gomperz, Max Adler, Karl und Charlotte Bühler;

Am Wiener Psychoanalytischen Institut absolvierte er den Lehrgang für psychoanalytische Pädagogik, unter anderem bei Anna Freud, Willi Hoffer und August Aichhorn.

März 1938 Flucht in die Vereinigten Staaten.

Dort Ausbildung zum Psychoanalytiker. Seine Lehranalyse absolvierte er bei Eduard Hitschmann an der Social Works-School in Boston.

1942 Heirat seiner liebevollen Begleiterin Ruth; Tochter Jean, Sohn Rudolph

1947 bis 1957 Arbeit an der Menninger Foundation in Topeka, Kansas, wo er auch Lehranalytiker wurde.

1957 bis 1976 arbeitete er am Reiss Davis Center in Los Angeles.

Internationalen Ruf erwarb er sich durch seine Arbeit mit psychotischen, autistischen und Borderline-Kindern sowie mit seinen Konzepten zur Ausbildung und Supervision im psychologischen, pädagogischen sowie analytischen Bereich.

Er erhielt ein Master Degree in Social Work und einen zusätzlichen Doktortitel aus Philosophy of Psychoanalysis.

Er wirkte viele Jahre als Lehranalytiker in Los Angeles.

1970 bis 1996 für jeweils 3 Monate Gastprofessor an der Universität Wien.

Seminar- und Supervisionstätigkeit an mehreren Wiener Kliniken und für Psychagoginnen und Psychagogen.

1995 Ehrendoktorat der Medizin durch die Universität Wien

1999 erhielt R. Ekstein den Goldenen Rathausmann der Stadt Wien.

2005 Tod am 18.3. in Los Angeles

Seit dem Tod Rudi Ekstein's

besteht sowohl mit der Tochter Jean Ekstein-Tiano als auch dem Sohn, Rudolph Ekstein Jr. + dessen Tochter Jessica Ekstein, Kontakt, worüber wir uns sehr freuen

Wir danken der Familie Ekstein für die großzügige Schenkung der Maskensammlung von Rudolf Ekstein

Literatur

Rudolf Ekstein „Grenzfallkinder“

Rudolf Ekstein „from Learning for Love to Love of Learning“

Dorothea Oberläuter „Rudolf Ekstein – Leben und Werk“

Roland Kaufhold „Pioniere der psychoanalytischen Pädagogik:Bruno Bettelheim, Rudolf Ekstein, Ernst Federn und Siegfried Bernfeld“

Roland Kaufhold „“Bettelheim, Ekstein, Federn“

HG. Jörg Wiesse „Rudolf Ekstein und die Psychoanalyse“

Der Nachlass wurde von der Familie dem Wiener Institut für Bildungswissenschaften übergeben